Social Media für Unternehmen

Potenzielle Mitarbeiter/-innen informieren sich heute über den möglichen Arbeitgeber natürlich auch im Internet. Rund 75% [1] scannen die Firmenprofile bei Social Media und bei der Hälfte hat das Auswirkungen auf das Gesamtbild des Unternehmens. Bei diesen Zahlen wird klar: Sind Sie als Unternehmen auf Social-Media-Kanälen präsent, sollten Sie sich einige Gedanken über den Auftritt und die Inhalte machen, damit Ihr Unternehmen so wahrgenommen wird, wie es ist. Und egal, ob es sich um Facebook, Twitter, Instagram etc. handelt, der nachfolgende Text gilt für alle Kanäle.

Tipps für Social Media für Unternehmen

Haben Sie etwas zu sagen?
Nicht selten höre ich: wir benötigen unbedingt eine Unternehmens-Facebookseite! Ist ja auch einfach gemacht. In kürzester Zeit ist ein Unternehmens-Profil erstellt, das Profilbild und Titelbild hochgeladen … Und dann? Dann gibt es mindestens diese Arten von Unternehmens-Profilen bei Facebook (und anderen Kanälen):

  1. Gähnende Leere
    Das Profil wurde am 31. März 2013 erstellt, drei Posts hochgeladen und dann kommt bis dato – einfach nichts mehr. Was tun? Entweder umgehend eine Strategie ausarbeiten, damit man Frau/Herr der Leere wird, wenn nötig Hilfe holen (mehr dazu folgt noch) oder Account schliessen. Nicht vergessen, bei der letzteren Variante auch alle Verlinkungen auf der Website, im Newsletter etc. zu entfernen.
  2. Die Superprofessionellen
    Die Firma präsentiert immer nur Fotos von den super modernen Büros und Mitarbeitern in Anzügen. Mag vielleicht für das eine oder andere Unternehmen passen, aber denken Sie daran, das Unternehmen wirklich so darzustellen, wie es ist. Mehr schein als sein und die Firma als etwas darzustellen, was sie nicht ist, das verbreitet sich in Zeiten von Bewertungsplattformen und Social-Media-Kanälen schneller, als Sie folgen können. Auch besteht die Gefahr, seine Fans zu langweilen. Denn überlegen Sie sich: was gefällt Ihnen und unterhält Sie auf z. B. Facebook oder Instagram? Was aber nicht heisst, dass Sie peinliche oder unangemessene Fotos, z. B. vom Firmenausflug, veröffentlichen sollten. Tipp: finden Sie die für Sie richtigen Inhalte. Es gibt kein Rezept. Ausprobieren und Geduld ist angesagt.
  3. Jede/-r macht mal was
    Da wird wild gepostet und geteilt. Es scheint, als hätten alle Mitarbeiter/-innen Zugriff auf das Unternehmens-Profil. Von qualitativ schlechten Fotos, Stockbildern, unpassenden geteilten Inhalten von anderen Seiten etc. findet sich alles. Ein Konzept ist nicht ersichtlich. Da fragt sich der eine oder andere Besucher dann berechtigt, ob im Firmenalltag ebenfalls gilt „jede/-r macht mal was“. Auch hier gilt: denken Sie daran, wie Ihr Unternehmen ist und wie es sich präsentieren will/soll. Wenn Sie keine Zeit oder keine Lust haben, sich damit auseinanderzusetzen, bleibt nur noch, es sein zu lassen.
  4. Die Werber
    Rabatte hier, Ausverkauf dort … Auf Facebook & Co. lässt sich nicht nur für ein Unternehmen, sondern natürlich auch für seine Produkte werben. Gerade für Unternehmen im Bereich B2C ein wertvoller Kanal. Doch verspielen Sie es sich nicht. Wollen Sie Social-Media-Kanäle für das Mitarbeiter-Recruiting nutzen, sollten Sie auch etwas von sich selbst preisgeben. Sonst kommt schnell der Eindruck: es geht nur um’s Verkaufen, die Menschen hinter dem Unternehmen sind nebensächlich. Tipp: Finden Sie eine Balance, um Ihre Produkte und Ihr Unternehmen zu präsentieren. Beides lässt sich oft gut kombinieren. Aggressive Werbung kann durchaus negative Auswirkungen haben.

Wann sollte ein Unternehmen auf Social-Media präsent sein?

Unternehmens-Profile sind schnell und einfach erstellt. Wie schon gesagt, damit ist es nicht getan. Denn dann beginnt die erst recht Arbeit. Diese Fragen sollten Sie sich stellen:

  1. Haben Sie etwas über Ihr Unternehmen und/oder Produkte zu sagen? Ist es wichtig für Ihr Unternehmen, auf Social-Media präsent zu sein?
    Wenn nicht, verzichten Sie auf (gewisse) Social-Media-Kanäle.
  2. Dürfen Sie vielleicht gewisse Inhalte wie Kundenprojekte etc. gar nicht erwähnen? Welche Auswirkung hat eine solche Einschränkung?
    Auch hier: haben Sie nichts zu sagen, lassen Sie es bleiben. Nutzen Sie Ihre Ressourcen anderweitig.
  3. Wer ist Ihre Zielgruppe? Auf welchen Kanälen sind sie anzutreffen und welche Inhalte spricht sie an? Können Sie diese Inhalte liefern?
    Ist Ihre Zielgruppe nicht auf Facebook, dann bringt es auch nichts, dort Werbung für Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte zu machen.
  4. Hat jemand im Unternehmen Zeit und das Know-how, diese Social-Media seriös und regelmässig zu betreuen?
    Nein? Dann gibt es nur folgende Optionen:
    – Sie beauftragen intern jemand, der das machen kann und will
    – Sie stellen jemanden ein
    – Sie beauftragen eine Agentur (mehr dazu unten stehend)
    – Sie lassen es bleiben, wollen Sie kein Geld und keine Zeit aufwenden
  5. Wenn nicht, ist eine Agentur eine Option? Welches Budget steht Ihnen zur Verfügung? Kein Geld = keine Agentur. Geld = die passende Agentur finden

Inhalte diversifizieren

Sollten Sie sich nach diesen Fragen entschieden haben, auf Social-Media-Kanälen (weiterhin) präsent zu sein, dann sollten Sie sich die dritte Frage beantworten und die entsprechend passenden Kanäle finden. Tipp: starten Sie mit Social Media und haben Sie nur begrenzt Zeit – und vor allem Inhalte – beginnen Sie mit einem Kanal, z. B. Facebook (falls sich dieser als für Sie relevant herausgestellt hat). So lassen sich ggf. auch wertvolle Erkenntnisse für andere Kanäle in Erfahrung bringen. Was Sie nicht tun sollten: auf allen Kanälen alle Inhalte 1:1 streuen. Wenn Sie jedes Foto von Ihrem Instagram-Account auch auf Facebook teilen und dort dieselben Fans haben, langweilen sich die vermutlich schnell. Denn: möchten Sie alles doppelt gezeigt erhalten?

Eine Agentur beauftragen

Hier handelt es sich um meine persönlichen Erfahrungen. Bestimmt gibt es sehr erfolgreiche Zusammenarbeiten zwischen Agenturen und Unternehmen, die Ihre Social-Media-Tätigkeiten betreuen lassen. Ich möchte hier lediglich darauf aufmerksam machen, dass

  • Sie Ihr Unternehmen und Ihre Produkte am besten kennen und wie oben erwähnt sollte ja ein Unternehmen so repräsentiert werden, wie es auch ist.
  • Sie trotzdem eigene Inhalte liefern sollten, denn auch hier: Stockfotos repräsentieren das Unternehmen nicht und die Agentur kann keine Inhalte erfinden. Bei Produkten mag die Zusammenarbeit eher funktionieren wie beim Fokus auf Recruiting.
  • Erstellen Sie mit einer Agentur zusammen ein Konzept und profitieren Sie von professioneller Erfahrung. So erhalten Sie Ideen und einen Plan, was wann gepostet werden kann. Mit der Zeit entwickeln Sie wahrscheinlich selbst ein Gefühl dafür. Auch für Analysen kann eine Agentur sinnvoll sein, um die Tätigkeiten zu optimieren, weiterzuentwickeln und neue Ideen zu erhalten.

Die Mitarbeiter/-innen eines Unternehmens sind die beste Werbung

Animieren Sie Mitarbeiter/-innen Ihres Unternehmens dazu, Ihnen auf den Social-Media-Kanälen zu folgen und aktiv zu werden. Animieren Sie sie dazu auf, Sie zu unterstützten. Z. B. können Sie jemanden darum bitten, einen Anlass zu fotografieren, an dem Sie nicht selbst vor Ort sind. Oder Eindrücke aus dem Arbeitsalltag festzuhalten. Erlauben Sie potenziellen Mitarbeiter/-innen einen Einblick über ihren möglichen zukünftigen Arbeitgeber.

Probieren geht über studieren

Es kann Ihnen niemand ein fertiges Konzept verkaufen, nach dem Sie auf Social Media erfolgreich sein werden. Es geht vor allem darum, auszuprobieren, welche Inhalte bei Ihren Fans ankommen und welche nicht interessieren. Auch Geduld ist gefragt: oft wird erwartet, mit dem Internet die Welt im Sturm zu erobern und morgen kennt einem dann die ganze Welt. Doch es ist wie im echten Leben, alle werden täglich mit etlichen Informationen konfrontiert. Damit Sie wahrgenommen werden, braucht es nebst Geduld und eben auch eine Strategie. Sie kennen vielleicht den einen oder anderen „Viralhit“, der sich wie ein Lauffeuer im Internet verbreitet. Da spielt oft das Glück und Timing perfekt mit. Der Viralhit z. B. der Villa Honegg war alles andere als geplant.

Godene Regel bei Social Media für Unternehmen

Bleiben Sie offen. Wenn etwas nicht funktioniert, halten Sie nicht daran fest! Denn auch bei Social Media für Unternehmen gilt: was Geld und Zeit kostet und nichts bringt, bringt nichts.

Viralhit Villa Honegg im Tagesanzeiger >

[1] stepstone.at